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Kolumne: Sind mitwachsende Kindermöbel sinnvoll?

mitwachsende_kindermoebelFoto: Camengo - 

Der Begriff "mitwachsende Kindermöbel" ist ein geflügelter Begriff. In dieser Kolumne beleuchten wir dieses Thema.


Sind mitwachsende Kindermöbel eine gute Idee?

 

Liebe Leser, 

lange gab es mit dem Begriff Kindermöbel untrennbar verbunden einige Stereotype, die uns in den Sinn kamen. Zuerst war das die Farbigkeit. Kindermöbel waren bunt - basta. Wenn ich erzählt habe, was ich mache - Kinderzimmermacher mit eigenen Möbelserien - dann gab es vor den geistigen Augen ein Meer voller Farben - und das ist der zweite Punkt: Figuren. Häschen, Bärchen und Tierchen aller Art. Das war einfach so. Auch in einigen Fachbüchern und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wurde dies propagiert. Aber zum Thema Farbe komme ich in einer meiner nächsten Kolumnen. 

Dieses mal geht es uns um einen zweiten grossen Bereich. 

Mitwachsende Kindermöbel oder umbaubare Kindermöbel. Vor einigen Wochen noch schrieb eine Redakteurin einen Bericht über die kinder räume. Da ist uns aufgefallen, wie der Bereich Kindermöbel in unser aller Köpfe geprägt ist. Da war natürlich von "Kids" die Rede (wir können es nicht mehr hören) und u.a. von Kindermöbeln, die erst dann gut und richtig sind, wenn sie mitwachsend und umbaubar sind. Darauf hin haben wir uns einige "alte" Designzeitschriften (Mitte der Neunziger) hervorgekramt, in denen es um Kindermöbel und Kinderzimmer ging. Alte Messekataloge, Werbungen und natürlich Fachzeitschriften und Bücher. Mitwachsend und umbaubar, flexibel und veränderbar. 

Dabei geht und ging es nicht um Tische, die man in der Höhe verstellen konnte.

Aus einem Bett mach ein Tisch mach einen Schrank mach eine Rutsche mach eine Sitzbank mach eine Spielkiste mach ein "was weiss ich" ...

Aus einem Babybett mach ein Juniorbett mach Kinderbetten (mach ein Ehebett usw). 

Die Flexibilität und die Einsatzmöglichkeiten über einen langen Zeitraum haben einen nicht zu unterschätzenden Vorteil - die Wirtschaftlichkeit. Und das sagen wir zu 100% ohne Wertung. Viele Kunden fragen sich, warum sie in einer Entwicklungszeit, die rasend schnell die verschiedenen Stufen durchläuft, bei jeder Etappe viel Geld ausgeben sollen. Und das ist eine berechtigte Frage. Viel Geld für ein Babybettchen, das schneller, als einem lieb ist dem Juniorbett weichen muss, um dann gegen ein grosses Kinderbett eingetauscht zu werden. Und hat es nicht etwas für sich, wenn man das ausrangierte Bettchen oder ein anderes aus der Zeit gekommene Möbelstück anders einsetzen und benutzen kann? 

Trotzdem - wir halten nicht viel davon ...

Die Wirtschaftlichkeit in allen ehren aber die andere Seite ist die Beliebigkeit, die daraus resultiert. Die Beliebigkeit auf die Funktionalität bezogen und die Beliebigkeit auf die Lebensabschnitte bezogen.

Da kommt mir unweigerlich Peter Bichsel in den Sinn. Ein Tisch ist ein Tisch ...

Vielleicht ist das auch eine "konservative" Einstellung? Wir wissen es nicht. Aber uns fehlt die Identifikation. 

In diesem Zusammenhang eines der ersten Erlebnisse unseres Innenarchitekten und Kinderzimmermachers Oliver Beil.
"Auch muss ich an mein erstes Projekt als Kinderzimmermacher denken, bei dem ich ganz gehörig vom Kunden den Popo versohlt bekommen habe. Damals absolvierte ich noch meine Ausbildung zum Schreiner und entwarf und baute mein erstes Kinderbett - und zwar ein Boot. Papa schaute ziemlich entgeistert und sagte mir: "Da kann ich meiner Tochter auch einen Besenstil hinlegen und sagen es sei ein Boot". Ziemlich niederschmetternd. abgesehen davon, dass wir uns auch nicht sonderlich mochten, ist es doch ein prima Beispiel dafür, wie wesentlich die Identifikation mit den Möbeln, auch in Bezug auf ihre Funktionalität ist."

Sicherlich gibt es auch eine Strömung unter den Designern und Innenarchitekten, die das nicht so eng sehen (wie ich). Ein Tisch ist eine Platte mit 4 Beinen daran. Wenn man ihn umdreht, erhält man ein perfektes Bett. Nun ja. Für uns besteht ein Tisch nicht nur aus einer Platte und 4 Pfosten. Ein Tisch besteht aus Tradition, aus Familiengewohnheiten, aus Erinnerungen, aus Wahrgaftigkeit, aus Material, aus Geschichten, aus Familienleben, und, und, und. 

Um den Bogen zu schlagen: Gerade bei Kindern und deren Entwicklung spielt Identifikation doch eine wichtige Rolle. Sich selbst finden, etwas eigenes haben, sich identifizieren, sich definieren, einen Ort haben. nicht so hochtrabend ausgedrückt: Jeder von uns hat Erinnerungen an sein(e) Kinderzimmer, jeder von uns hatte im Laufe seiner Kindheit Lieblingsstücke, Möbel, die er bis heute nicht hergeben mag. Kindermöbel und Kinderzimmer, aus denen im Laufe der Zeit liebgewonnene Erinnerungen werden. Möbel die Spuren tragen, Möbel, die die Zeichen der Zeit tragen und auch zeigen. 

Jede Zeit und jede Entwicklungsstufe hat ihren Reiz und ihre ganz besondere Wichtigkeit. Veränderungen, Entwicklungsstufen - erwachsen (werden). Jede Zeit hat ihre Besonderheiten, ihre Fallen, ihre Freuden und Schmerzen. Kurzum: Jede Zeit hat ihre Zeit. Jeden Tag hört etwas auf, aber - und das ist das Wichtigste und Schöne daran: Jeden Tag fängt etwas Neues an. Wann zählt dieser Grundsatz mehr als in der Kindheit?

Ein wichtiger Bestandteil und das Wesen dieser Zeit ist das zu Hause, der Ort, an dem man sich gerne aufhält - sein eigener Ort.  

Ein Babybettchen hat seine Berechtigung zu einer bestimmten Zeit. Wir verknüpfen Erinnerungen und Erlebnisse damit. Lässt sich dieses Möbel und die damit verbundenen Emotionen in eine andere Zeit transportieren? Oder ist es schöner, die Veränderungen und Anpassungen auch äusserlich zu begleiten und zu unterstützen und Freiräume für neue Erinnerungen zu schaffen?

Jeder entscheidet das für sich - und es gibt gute Gründe es so oder auch anders zu handhaben. Wir für unseren Teil würden so antworten - wenn Sie uns fragen ... 

In diesem Sinne 

herzlichst

Ihre kinder räume

Foto: Camengo -   Der Begriff "mitwachsende Kindermöbel" ist ein geflügelter Begriff. In dieser Kolumne beleuchten wir dieses Thema. Sind mitwachsende Kindermöbel eine gute... mehr erfahren »
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Kolumne: Sind mitwachsende Kindermöbel sinnvoll?

mitwachsende_kindermoebelFoto: Camengo - 

Der Begriff "mitwachsende Kindermöbel" ist ein geflügelter Begriff. In dieser Kolumne beleuchten wir dieses Thema.


Sind mitwachsende Kindermöbel eine gute Idee?

 

Liebe Leser, 

lange gab es mit dem Begriff Kindermöbel untrennbar verbunden einige Stereotype, die uns in den Sinn kamen. Zuerst war das die Farbigkeit. Kindermöbel waren bunt - basta. Wenn ich erzählt habe, was ich mache - Kinderzimmermacher mit eigenen Möbelserien - dann gab es vor den geistigen Augen ein Meer voller Farben - und das ist der zweite Punkt: Figuren. Häschen, Bärchen und Tierchen aller Art. Das war einfach so. Auch in einigen Fachbüchern und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wurde dies propagiert. Aber zum Thema Farbe komme ich in einer meiner nächsten Kolumnen. 

Dieses mal geht es uns um einen zweiten grossen Bereich. 

Mitwachsende Kindermöbel oder umbaubare Kindermöbel. Vor einigen Wochen noch schrieb eine Redakteurin einen Bericht über die kinder räume. Da ist uns aufgefallen, wie der Bereich Kindermöbel in unser aller Köpfe geprägt ist. Da war natürlich von "Kids" die Rede (wir können es nicht mehr hören) und u.a. von Kindermöbeln, die erst dann gut und richtig sind, wenn sie mitwachsend und umbaubar sind. Darauf hin haben wir uns einige "alte" Designzeitschriften (Mitte der Neunziger) hervorgekramt, in denen es um Kindermöbel und Kinderzimmer ging. Alte Messekataloge, Werbungen und natürlich Fachzeitschriften und Bücher. Mitwachsend und umbaubar, flexibel und veränderbar. 

Dabei geht und ging es nicht um Tische, die man in der Höhe verstellen konnte.

Aus einem Bett mach ein Tisch mach einen Schrank mach eine Rutsche mach eine Sitzbank mach eine Spielkiste mach ein "was weiss ich" ...

Aus einem Babybett mach ein Juniorbett mach Kinderbetten (mach ein Ehebett usw). 

Die Flexibilität und die Einsatzmöglichkeiten über einen langen Zeitraum haben einen nicht zu unterschätzenden Vorteil - die Wirtschaftlichkeit. Und das sagen wir zu 100% ohne Wertung. Viele Kunden fragen sich, warum sie in einer Entwicklungszeit, die rasend schnell die verschiedenen Stufen durchläuft, bei jeder Etappe viel Geld ausgeben sollen. Und das ist eine berechtigte Frage. Viel Geld für ein Babybettchen, das schneller, als einem lieb ist dem Juniorbett weichen muss, um dann gegen ein grosses Kinderbett eingetauscht zu werden. Und hat es nicht etwas für sich, wenn man das ausrangierte Bettchen oder ein anderes aus der Zeit gekommene Möbelstück anders einsetzen und benutzen kann? 

Trotzdem - wir halten nicht viel davon ...

Die Wirtschaftlichkeit in allen ehren aber die andere Seite ist die Beliebigkeit, die daraus resultiert. Die Beliebigkeit auf die Funktionalität bezogen und die Beliebigkeit auf die Lebensabschnitte bezogen.

Da kommt mir unweigerlich Peter Bichsel in den Sinn. Ein Tisch ist ein Tisch ...

Vielleicht ist das auch eine "konservative" Einstellung? Wir wissen es nicht. Aber uns fehlt die Identifikation. 

In diesem Zusammenhang eines der ersten Erlebnisse unseres Innenarchitekten und Kinderzimmermachers Oliver Beil.
"Auch muss ich an mein erstes Projekt als Kinderzimmermacher denken, bei dem ich ganz gehörig vom Kunden den Popo versohlt bekommen habe. Damals absolvierte ich noch meine Ausbildung zum Schreiner und entwarf und baute mein erstes Kinderbett - und zwar ein Boot. Papa schaute ziemlich entgeistert und sagte mir: "Da kann ich meiner Tochter auch einen Besenstil hinlegen und sagen es sei ein Boot". Ziemlich niederschmetternd. abgesehen davon, dass wir uns auch nicht sonderlich mochten, ist es doch ein prima Beispiel dafür, wie wesentlich die Identifikation mit den Möbeln, auch in Bezug auf ihre Funktionalität ist."

Sicherlich gibt es auch eine Strömung unter den Designern und Innenarchitekten, die das nicht so eng sehen (wie ich). Ein Tisch ist eine Platte mit 4 Beinen daran. Wenn man ihn umdreht, erhält man ein perfektes Bett. Nun ja. Für uns besteht ein Tisch nicht nur aus einer Platte und 4 Pfosten. Ein Tisch besteht aus Tradition, aus Familiengewohnheiten, aus Erinnerungen, aus Wahrgaftigkeit, aus Material, aus Geschichten, aus Familienleben, und, und, und. 

Um den Bogen zu schlagen: Gerade bei Kindern und deren Entwicklung spielt Identifikation doch eine wichtige Rolle. Sich selbst finden, etwas eigenes haben, sich identifizieren, sich definieren, einen Ort haben. nicht so hochtrabend ausgedrückt: Jeder von uns hat Erinnerungen an sein(e) Kinderzimmer, jeder von uns hatte im Laufe seiner Kindheit Lieblingsstücke, Möbel, die er bis heute nicht hergeben mag. Kindermöbel und Kinderzimmer, aus denen im Laufe der Zeit liebgewonnene Erinnerungen werden. Möbel die Spuren tragen, Möbel, die die Zeichen der Zeit tragen und auch zeigen. 

Jede Zeit und jede Entwicklungsstufe hat ihren Reiz und ihre ganz besondere Wichtigkeit. Veränderungen, Entwicklungsstufen - erwachsen (werden). Jede Zeit hat ihre Besonderheiten, ihre Fallen, ihre Freuden und Schmerzen. Kurzum: Jede Zeit hat ihre Zeit. Jeden Tag hört etwas auf, aber - und das ist das Wichtigste und Schöne daran: Jeden Tag fängt etwas Neues an. Wann zählt dieser Grundsatz mehr als in der Kindheit?

Ein wichtiger Bestandteil und das Wesen dieser Zeit ist das zu Hause, der Ort, an dem man sich gerne aufhält - sein eigener Ort.  

Ein Babybettchen hat seine Berechtigung zu einer bestimmten Zeit. Wir verknüpfen Erinnerungen und Erlebnisse damit. Lässt sich dieses Möbel und die damit verbundenen Emotionen in eine andere Zeit transportieren? Oder ist es schöner, die Veränderungen und Anpassungen auch äusserlich zu begleiten und zu unterstützen und Freiräume für neue Erinnerungen zu schaffen?

Jeder entscheidet das für sich - und es gibt gute Gründe es so oder auch anders zu handhaben. Wir für unseren Teil würden so antworten - wenn Sie uns fragen ... 

In diesem Sinne 

herzlichst

Ihre kinder räume

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